Die GesundheitsregionenPlus
Gemäß dem Konzept des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention ist seit 2018 der Landkreis Nürnberger Land eine Gesundheitsregionplus.
Die Gesundheitsregionplus Nürnberger Land ist ein regionales Netzwerk für eine zielgerichtete und sektorübergreifende Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen - insbesondere Vertreterinnen und Vertreter der örtlich tätigen Einrichtungen und Institutionen der Gesundheitsförderung und Prävention, der medizinischen und pflegerischen Versorgung, der Kostenträger, der Selbsthilfe und des Patientenschutzes, der Hilfseinrichtungen, der Verwaltung oder weiterer Institutionen, die Berührungspunkte mit den zu beratenden Themen haben.
Im Gesundheitsforum, welches einmal jährlich tagt, werden die Themen für die jeweiligen Handlungsfelder Gesundheitsförderung/Prävention, Gesundheitsversorgung sowie Pflege und die damit verbundenen Ziele festgelegt und priorisiert, um anschließend in den eingesetzten Arbeitsgruppen Projekte / Maßnahmen zu konkretisieren und umsetzen zu können. Vorsitzender des Gesundheitsforums ist der Landrat Herr Armin Kroder.
Organisiert und koordiniert wird die Gesundheitsegionplus durch die Geschäftsstelle. Die Geschäftsstellenleitung bereitet unter anderem Sitzungen vor, stellt den Informationstransfer zwischen den Gremien sowie den Austausch mit weiteren Netzwerken sicher und betreut die eingesetzten Arbeits- und Projektgruppen inhaltlich und organisatorisch. Zudem begleitet und initiiert sie Projekte und stellt die Aktivitäten der Gesundheitsregionplus öffentlichkeitswirksam dar.
Weitere Informationen zu den Gesundheitsregionenplus erhalten Sie auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
Inhalt
Seit 2015 fördert der Freistaat Bayern die Gesundheitsregionenplus. Sie haben sich als Erfolgsmodell klar bewährt und wurden deshalb mit Beschluss des Bayerischen Landtags vom 10.12.2024 im Bayerischen Gesundheitsdienstgesetz verankert.
Die neue gesetzliche Regelung trat zum 01.01.2025 in Kraft und sieht eine Pflicht zur Einrichtung einer Geschäftsstelle an den 71 staatlichen und 5 kommunalen Gesundheitsämtern spätestens zum 01.01.2027 vor. Ab 2027 wird es somit insgesamt 76 Gesundheitsregionenplus in Bayern geben.
Der Aufbau und die Stärkung von Netzwerkstrukturen wie den Gesundheitsregionenplus und die Ansiedlung an den Gesundheitsämtern entspricht dem Leitbild eines modernen Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Aus dem Netzwerk hinaus können entsprechend dem Konzept „health in all policies“ neben den regionalen Stakeholder im Bereich Gesundheit und Pflege auch weitere Akteure der Prävention außerhalb des traditionellen Gesundheitssektors erreicht werden.
Über die folgende Karte bzw. Tabelle sind weiterführende Informationen zu den Gesundheitsregionenplus abrufbar.
Gesundheitsversorgung
Im Handlungsfeld Gesundheitsversorgung geht es sowohl um die Gestaltung der regionalen kurativen Versorgung als auch um die Verknüpfung von Gesundheitsförderung und Prävention, Kuration, Rehabilitation und Pflege. Dazu gehört ebenfalls eine gute Palliativ- und Hospizversorgung. Hierbei spielt die kommunale Ebene eine zentrale und wichtige Rolle.
Gesundheitsförderung und Prävention
Die Gesundheitsförderung und Prävention ist in mehreren Gesetzen und Dokumenten verankert. Bereits die Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 1986 definiert, dass die Gesundheitsförderung "nicht nur bei dem Gesundheitssektor, sondern bei allen Politikbereichen" liegt. Des Weiteren ist die Gesundheitsförderung und Prävention im Präventionsgesetz (2015), das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention, geregelt. Es dient der Verbesserung der Grundlagen für die Zusammenarbeit von Sozialversicherungsträger*innen, Ländern und Kommunen in diesem Bereich. Daneben ist dieses Handlungsfeld ebenfalls auf Landesebene im Gesundheitsdienst- und Verbraucherschutzgesetz für Bayern in Artikel 9 fixiert. Darin heißt es: "sämtliche Behörden für Gesundheit […] sowie das Landesamt unterstützen zusammen mit anderen auf demselben Gebiet tätigen öffentlichen und privaten Stellen die Bevölkerung bei der Erhaltung und Förderung der Gesundheit […]".
Ziel der Gesundheitsförderung ist es, personale, soziale und materielle Ressourcen zu stärken, um die Erhaltung der Gesundheit zu fördern. Außerdem sollen die Menschen befähigt werden, ihre Gesundheitschancen durch selbstbestimmtes Handeln zu steigern (Empowerment). Hierbei spielt vor allem die Partizipation, die Teilhabe der Zielgruppe, an gesundheitsförderlichen Maßnahmen eine entscheidende Rolle.
Im Gegensatz dazu beabsichtigt die Prävention, Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden, das Risiko der Erkrankungen zu verringern oder ihr Auftreten zu verzögern. Dabei werden folgende Arten der Prävention unterschieden: Primärprävention, Sekundärprävention und Tertiärprävention. Die Primärprävention fokussiert sich auf die Ursachen und Risikofaktoren einer Krankheit, um die Entstehung zu verhindern. Bei der Sekundärprävention geht es um eine Früherkennung von Erkrankungen und den damit verbundenen frühzeitigen Beginn einer Behandlung. Unter der Tertiärprävention versteht man, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und Krankheitsfolgen zu mildern.
Darüber hinaus muss zwischen der Verhaltens- und Verhältnisprävention differenziert werden. Die Verhaltensprävention bezieht sich direkt auf das Individuum und dessen Gesundheitsverhalten. Durch Informationsvermittlung, Aufklärungen, Stärkung der Persönlichkeit, Sanktionen sowie diverse Angebote, wie beispielsweise zu Bewegung oder Ernährung, soll zu gesundheitsförderlichen Verhalten animiert werden. Dem gegenüber setzt die Verhältnisprävention an den Lebensbedingungen der Menschen an, zu denen unter anderem Arbeit, Familie/Freund*innen, Freizeit und Umweltbedingungen zählen.
Pflege
Die Versorgungsstrukturen in der häuslichen und stationären Pflege stehen vor großen Herausforderungen. Dies ist dem demografischen Wandel, der damit verbundenen alternden Gesellschaft, die sowohl aus der steigenden Lebenserwartung als auch aus den rückgehenden Geburtenzahlen resultiert, sowie dem Fachkräftemangel geschuldet. Das Handlungsfeld "Pflege" ist breitgefächert. Es reicht von Unterstützungs- und Hilfsangeboten für einen möglichst langen Verbleib in der gewohnten Umgebung und einem selbstbestimmten Leben über ambulante Pflegedienste zu stationären Versorgungsangeboten.
Jahresschwerpunktthema
Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ruft jedes Jahr ein Jahresschwerpunktthema aus, das ein gesundheitlich besonders relevantes Thema aufgreift. Hierbei werden landesweit zahlreiche Aktionen mit verschiedenen Partnern der Gesundheitsförderung und Prävention entwickelt. Ziel ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit für wichtige Themen der Gesundheitsförderung und Prävention zu erhöhen.