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Geschichte des Landkreises Nürnberger Land

Attraktive Gegenden ziehen Menschen an. So verwundert es nicht, dass der Nachweis des ältesten Menschen, der auf dem Gebiet des heutigen Freistaats Bayerns lebte, im Nürnberger Land gelungen ist. Das Kreisgebiet gehörte vor 1800 überwiegend zur Reichsstadt Nürnberg und kam 1803 beziehungsweise 1806 an das Königreich Bayern. Der Landkreis, so wie wir ihn heute kennen, wurde im Rahmen der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 gebildet.

Inhalt

    Eine Frau steht vor den Resten der ehemaligen Ringmauer auf der Houbirg. Das ist ein hoher Erdwall mitten im Wald.


    Das Gebiet des heutigen Landkreises wurde sehr früh besiedelt. Dies belegen Spuren eiszeitlicher Jäger in zahlreichen Höhlen des Fränkischen Jura. Ein Zeugnis aus der späten Urnenfelderzeit (1000 vor Christus) ist der Ringwall auf der Houbirg, einer weithin sichtbaren Befestigungsanlage. Überregionale Bedeutung haben drei Funde aus der Hallstattzeit (der frühen Eisenzeit, 750 bis 500 vor Christus): der Goldkegel von Ezelsdorf, das Reiterlein von Speikern und die Pferdchenschale aus der Beckerslohe bei Oberkrumbach.

    Eine Aufnahme der goldenen Skulptur auf dem Goldkegelplatz in Burgthann.


    Ab dem 7. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum baierischen Nordgau, der bis 1003 unter baierischem Recht stand. Die Besiedlung des Gebiets erfolgte vom Süden her, ebenso die Missionierung, zunächst durch das Kloster St. Emmeram in Regensburg, später durch das Bistum Eichstätt. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts, nach der Zerschlagung des baierischen Nordgaus durch Kaiser Heinrich II., fiel ein Großteil des Gebiets an das Bistum Bamberg, die Sulzbacher Grafen, die Staufer und die Wittelsbacher.

    Eine Aufnahme der Festung Rothenberg aus der Vogelperspektive. Rund um die steinernen Festungsmauern ist der Berg mit grünem Wald bewachsen.


    Einen großen Einschnitt in die Geschichte des Landkreisgebietes brachte das Jahr 1504 mit dem Ausbruch des Landshuter Erbfolgekrieges. Dabei gelangte die freie Reichsstadt Nürnberg in den Besitz der pfalz-baierischen Pflegeämter Altdorf, Hersbruck, Lauf, Velden, Betzenstein und Hiltpoltstein. Das Land um die Festung Rothenberg mit Schnaittach blieb wittelsbachisch, Hohenstadt, Osternohe und Schönberg brandenburgisch. Die gemeinsame Stadt-Land-Geschichte dauerte 300 Jahre an, bis 1806 die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem umfangreichen Landbesitz an das neugegründete Königreich Bayern fiel. 1862 wurden Justiz und Verwaltung getrennt und Bezirksämter gebildet, die 1939 in Landkreise umbenannt wurden.

    Das Logo des 50. Landkreisjubiläums, bestehend aus 27 Punkten und dem Motto "27 werden 50". Jeder Punkt steht dabei für eine Gemeinde im Landkreis.


    Am 1. Juli 1972 begann mit der Gemeindegebietsreform eine neue Ära. Die Altlandkreise Hersbruck, Lauf an der Pegnitz und Nürnberg wurden zum Großlandkreis Nürnberger Land vereinigt. Bis 1972 war die Zahl der Gemeinden von 111 auf 53 geschrumpft. Am Ende der Gebietsreform 1978 waren es 27. Am 1. Mai 1973 wurde der neue Landkreis in Landkreis Nürnberger Land umbenannt. Der Landkreis zählt zu den mittelgroßen Landkreisen Bayerns und steht mit derzeit 171.222 Einwohner*innen an neunter Stelle.