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Bio-Gastronomie und Bio-Lebensmittelautomat: Förderung von zwei Öko-Kleinprojekte im Nürnberger Land

NÜRNBERGER LAND (lra) – Die Öko-Modellregion unterstützt mit Fördermittel zwei Projekte aus dem Bereich ökologische Lebensmittel im Landkreis Nürnberger Land. Die Mittel, die vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Verfügung gestellt werden, gehen nach Velden und Hersbruck.

v. l. n. r.: Michael Fick, von der Käserei am Münzinghof, Verena Loibl, Klimaschutzmanagerin des Landratsamtes und Franziska Distler, Projektmanagerin der Ökomodellregion freuen sich über den neuen Automaten am Münzinghof; Foto: Daniel Delang

Barbara Steinbauer-Groetsch bei ihrem Vortrag im Kulturbahnhof Hersbruck; Foto: Verena Loibl

Der Münzinghof in Velden kann ab sofort eine Auswahl aus seinen auf dem Hof erzeugten Lebensmitteln mithilfe eines Automaten sieben Tage die Woche und 24 Stunden jeden Tag verkaufen – mit geringem zusätzlichen Personalaufwand. Für die bei Wanderern beliebte Gegend zwischen dem Sittenbach- und dem Pegnitztal und für die vielen Besucher*innen auf dem Münzinghof ist der Standort hervorragend, weil sich sonst kaum eine Möglichkeit für den Erwerb der biologischen Produkte bietet. Der Trend rund um die sanften Maschinen, die auch empfindliche Gebinde sicher ausgeben können, ist schon längst im Nürnberger Land angekommen. Für die Lebensgemeinschaft auf dem Münzinghof ist der Verkaufsautomat eine zusätzliche Absatzmöglichkeit für ihre zertifizierten Bio-Produkte und für die Verbraucher*innen eine einfache Einkaufsgelegenheit sogar am Wochenende. Deshalb erhielt die Idee finanzielle Unterstützung durch die Öko-Modellregion.

„Egal wie dünn der Pfannkuchen ist, er hat immer zwei Seiten“ leitete Barbara Steinbauer-Groetsch ihren Vortrag im Kulturbahnhof Hersbruck über die Lebensmittelerzeugung in den Niederlanden ein. Die eine Seite spielt auf das Klischee großindustrieller Anbaukulturen des kleinen Landes an, um die andere Seite ging es in der interessanten Einführung der Foodbloggerin und gebürtigen Hersbruckerin eigentlich, nämlich die vielfältige und erfolgreiche Bio- und Regionalernährungsszene in Holland, wo sie seit vielen Jahren lebt. Notgedrungen entstand aufgrund der sumpfigen Böden, die den kleinbäuerlichen Betrieben das Überleben schwer machten, und den gleichzeitig ehemals sehr günstigen Energiepreisen durch eigene Gasfelder, die niederländische Agrarindustrie. Die vielleicht lokalste, geschützte Herkunftsbezeichnung für ein Lebensmittel steht für die andere Seite des Pfannkuchens: die Opperdoezer Ronde, eine Kartoffel die mit diesem Namen nur im Radius von einem Kilometer um das gleichnamige Dorf in Nordholland angebaut werden darf. Diese Wertschätzung regionaler Lebensmittel möchte der Kulturbahnhof Hersbruck in den Mittelpunkt seiner Speisekarte stellen und dem Publikum näherbringen.

Das Thema bildete den Start einer Reihe von Kochevents und Esskulturveranstaltungen im Kulturbahnhof Hersbruck „Auf dem Weg zur Bio-Gastronomie“. Aus jedem Kochevent soll ein Beitrag zu einer Kulturbahnhof-Speisekarte gefunden werden, der aus bio-regionalen Zutaten in Zukunft dauerhaft angeboten werden kann. Hintergrund ist dabei, dass der Kulturbahnhof schon jetzt ein sehr gutes Netzwerk zu Lieferanten für biologisch erzeugte Lebensmittel im Nürnberger Land aufgebaut hat, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Arndt-Henning. Allein der stetige Gastronomie-Betrieb fehlt dem jungen Verein noch, der erst kurz vor der Pandemiesituation die Räumlichkeiten am Bahnhof rechts der Pegnitz übernommen hatte. Für den Weg in Richtung Bio-Speisegaststätte, den die Ehrenamtlichen in Form von Veranstaltungen mit der interessierten Bürgerschaft gehen möchte, gibt es ebenso eine Projektförderung von der hiesigen Öko-Modellregion.

Nachdem im Vortrag von Barbara Steinbauer-Groetsch viele Beispiele aus der Bio-Regio-Szene der Niederlande gegeben wurden gab es zur Verkostung zum einen vier verschiedene Käsesorten kleiner lokaler Käsereien, die die Vielfalt des international als „Gouda“ angebotenen Produktes geschmacklich weit auffächerten. Das Hauptgericht war danach die „Groninger Senfsuppe“, die in eine „Hersbrucker Senfsuppe“ umgedeutet werden kann und sich gut auf der Speisekarte macht. Die Zutaten ließen sich weitgehend aus der unmittelbaren Umgebung und in Bio-Qualität beziehen.

Die Öko-Modellregion möchte mit der Kleinprojekte-Förderung erfolgversprechenden Ideen aus den Bereichen Bildung, Vermarktung, Verarbeitung von und Versorgung mit ökologischen Produkten beziehungsweise ökologischer Ernährung zur Umsetzung verhelfen.

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