Wie hat sich die Kulturlandschaft im Nürnberger Land entwickelt? Was ist ein Feldrain und welche ökologischen Funktionen hat er? Wie ist ein Feldrain im landwirtschaftlichen Förderrecht einzuordnen? Diese Fragen wurden bei der Fachtagung behandelt und mit Praxisprojekten aus Bayern und Thüringen veranschaulicht.
Die Veranstaltung begann mit Grußworten von Dominik Himmler, dem Geschäftsführer der Bayerischen KulturLandStiftung, sowie den Fördermittelgebern. Ulrike Strohmeier, Vorständin vom Bayerischen Naturschutzfonds, lobte das Miteinander im Projekt und stellte die Funktion der Feldraine für den Biotopverbund in den Mittelpunkt. Dr. Johannes Empl, Vorstandsvorsitzender der Otto und Therese Stumpf Stiftung, versicherte, dass die Umsetzung des Projekts auch dem verstorbenen Stifter, Herrn Otto Stumpf, gefallen würde und betonte zudem die Wichtigkeit von begleitenden wissenschaftlichen Aufnahmen bei Praxisprojekten.
Der Vormittag widmete sich nach einem Einführungsvortrag von Kreisheimatpfleger Robert Giersch, in dem er über die historische Entwicklung der Kulturlandschaft im Landkreis Nürnberger Land berichtete, der begrifflichen sowie förderrechtlichen Einordnung von Feldrainen. Dr. Stefan Meyer von der Georg-August-Universität Göttingen erläuterte dabei die ökologische Bedeutung von Übergangsbereichen zwischen intensiv genutzter Ackerfläche für den Anbau von Kulturpflanzen und daran angrenzende extensive Bereiche. Carina Trummer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth – Weißenburg i. Bay. beendete den ersten Block mit einem Überblick über Landschaftselemente und Codierungsmöglichkeiten für Feldraine im landwirtschaftlichen Förderrecht.
Nach der Mittagspause stellte Nathalie Ritter von der Bayerischen KulturLandStiftung und Leiterin des Projekts „Feldraine gemeinsam erhalten, fördern und etablieren“ dieses vor. Das Projekt möchte dazu beitragen, Feldraine als Kulturgut zu erhalten. Zudem werden gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben neue Feldraine etabliert und Möglichkeiten erarbeitet, Feldraine in bestehende Förderprogramme zu integrieren und damit die langfristige Pflege sicherzustellen. Des Weiteren werden die Vegetation und die Avifauna der Feldraine und der angrenzen Agrarstruktur fortlaufend erfasst. Das Projekt läuft noch bis Ende 2027 und wird ab dem kommendem Jahr neben den landwirtschaftlichen Betrieben auch die Kommunen miteinbeziehen.
Im Anschluss wurden gemeinsam folgende Fragestellungen diskutiert: „Was ist das größte Hemmnis für die Neuanlage von Feldrainen?“, „Engagieren Sie sich selbst für Feldraine?“ und „Wer sollte am ehesten für den Erhalt und die Förderung von Feldrainen verantwortlich sein?“
Ein weiteres Praxisprojekt zur Wiederherstellung und Optimierung von Feldrainen wurde von Dirk Hofmann von der Stiftung Naturschutz Thüringen vorgestellt. Das Bundesprojekt „VIA Natura 2000“ endet im kommenden Jahr und die angestrebten Ziele in Bezug auf die Fläche neuer Feldraine werden bis dahin vermutlich sogar übertroffen werden. Auch wurde bereits ein Praxisleitfaden veröffentlicht, in den die Erkenntnisse aus dem Projekt eingearbeitet sind.
Zum Abschluss der Vortragsreihe präsentierten Odile Danner und Thorben Riehe vom Bayerischen Artenschutzzentrum (Bayerisches Landesamt für Umwelt) das Projekt „Feld- und Wegränder als lineare Elemente in der Landschaft zur Förderung des Biotopverbunds“. In dem laufenden Projekt wird eng mit Kommunen zusammengearbeitet und auf Basis von eigenen Untersuchungsergebnissen ein gemeinsames Pflegekonzept entwickelt.
Dominik Himmler bedankte sich mit seinen Schlussworten und erinnerte daran, dass Feldraine nicht nur Verbindungselemente in der Kulturlandschaft sind, sondern auch uns alle verbinden können, wenn wir uns gemeinsam dafür einsetzen und darüber sprechen.