Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die zweithäufigste Todesursache. Jährlich erkranken bayernweit rund 65.000 Menschen neu an einer Krebserkrankung. Zu den häufigsten Krebsarten zählen bei Frauen insbesondere Brust-, Darm- und Lungenkrebs, bei Männern Prostata-, Darm- und Lungenkrebs. Viele Tumorerkrankungen lassen sich jedoch heute deutlich besser behandeln als noch vor einigen Jahren – vor allem dann, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Dennoch werden die bestehenden Angebote zur Krebsfrüherkennung nicht immer ausreichend genutzt.
In Deutschland gibt es ein umfassendes Programm zur Krebsfrüherkennung, dessen Kosten in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Die Untersuchungen sind an bestimmte Altersgruppen und Zeitabstände gebunden:
- Brustkrebs
- ab 30 Jahren: jährliche Tastuntersuchung
- von 50 bis 79 Jahren: Mammographie alle zwei Jahre
- Darmkrebs
- ab 50 Jahren: zwei Darmspiegelungen im Abstand von jeweils zehn Jahren
- alternativ ab 50 Jahren: immunologischer Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre
- Gebärmutterhalskrebs
- von 20 bis 34 Jahren: jährliche Abstrichuntersuchung
- ab 35 Jahren: Kombination aus Abstrichuntersuchung und HPV-Test alle drei Jahre
- Hautkrebs
- ab 35 Jahren: Screening alle zwei Jahre
- Prostatakrebs
- ab 45 Jahren: jährliche Tastuntersuchung
Durch diese Früherkennungsuntersuchungen können Krebsfrühstadien oder sogar Vorstufen entdeckt werden, noch bevor Beschwerden auftreten. Dadurch erhöhen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und Heilung deutlich.
Nicht jede Krebserkrankung lässt sich verhindern. Ein gesunder Lebensstil kann das persönliche Risiko jedoch deutlich senken. Dazu zählen insbesondere der Verzicht auf das Rauchen, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ein maßvoller Umgang mit Alkohol, der Schutz der Haut vor übermäßiger UV-Strahlung sowie die konsequente Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen.
Die Gesundheitsregionplus im Nürnberger Land ruft dazu auf, den Weltkrebstag als Anlass zu nehmen, die eigenen Vorsorgetermine zu überprüfen und bestehende Angebote rechtzeitig wahrzunehmen.